Vier Aufgaben, je eine mit Schwerpunkt in einem Kurshalbjahr. Sie wählen drei. Eine Aufgabe enthält ein Experiment. Arbeitszeit wie im Abitur: 5 Stunden. Gespeichert wird nichts – die Nummer in der Adresse holt dieselbe Probe wieder.
Hinweise
Wählen Sie drei der vier Aufgaben. Die Wahl treffen allein Sie und können sie bis zum Ende der Arbeitszeit ändern – bei der Aufgabe mit Experiment nur bis zum Ende der regulären Arbeitszeit.
Hilfsmittel: Wörterbuch der deutschen Rechtschreibung, die eingeführte Formelsammlung, der eingeführte Taschenrechner, beim Experiment die Messwerterfassung aus dem Unterricht.
Dokumentieren Sie jede Rechnung und Herleitung nachvollziehbar, auch die Auswertung der Messwerte.
Die Bewertungseinheiten dieser Probe sind ein Richtwert nach dem Anforderungsbereich, kein amtlicher Erwartungshorizont.
Aufgabe A: Felder im Kondensator und in der Spule
Schwerpunkt Q1 · Elektrische und magnetische Felder · 31 Bewertungseinheiten
In der Technik werden Ladungen und Ströme genutzt, um Energie zu speichern und Kräfte zu erzeugen. Die folgenden Teilaufgaben untersuchen elektrische und magnetische Felder an typischen Bauteilen.
A 1Messreihe am Kondensator: Q = 106 µC bei 5 V, 228 µC bei 10 V und 332 µC bei 15 V. Bestimmen Sie C als Mittelwert der drei Quotienten.(5 BE)
A 2Ein Defibrillator speichert E = 25 J in einem Kondensator mit C = 50 µF. Auf welche Spannung ist er geladen? Berechnen Sie U in kV.(5 BE)
A 3Eine lange Spule mit N = 300 Windungen und l = 20 cm soll innen B = 6 mT erzeugen. Berechnen Sie die nötige Stromstärke.(5 BE)
A 4Spule mit N = 20, l = 25 cm und I = 201 mA quer zum Erdfeld: Eine Kompassnadel dreht sich um α = 50°. Bestimmen Sie die Horizontalkomponente des Erdfelds.(5 BE, Leistungskurs)
A 5Ein Geschwindigkeitsfilter mit B = 5 mT und Plattenabstand d = 5 cm soll Ionen mit v = 1000 km/s durchlassen. Berechnen Sie die nötige Spannung.(5 BE, Leistungskurs)
A 6Zwei parallele Leiter, 1 cm entfernt, führen gleichsinnig 20 A und 2 A. Warum ziehen sie sich an?(6 BE, Leistungskurs)
Aufgabe B: Schwingende Systeme
Schwerpunkt Q2 · Mechanische und elektromagnetische Schwingungen und Wellen · 39 Bewertungseinheiten
Federn, Pendel und Schwingkreise schwingen nach denselben Gesetzen. Die Teilaufgaben verbinden mechanische und elektromagnetische Schwingungen; eine Teilaufgabe ist ein Experiment.
B 1Ein Körper mit 150 g schwingt an einer Feder mit der Periodendauer T = 0,4 s. Berechnen Sie die Federkonstante D.(5 BE)
B 2Ein Wagen mit 200 g schwingt reibungsfrei zwischen Federn mit D = 20 N/m und ŷ = 2 cm. Berechnen Sie seine größte Geschwindigkeit.(5 BE)
B 3Ein Schwingkreis schwingt mit 400 Hz. Der Kondensator wird gegen einen mit 4-facher Kapazität getauscht, die Spule bleibt. Berechnen Sie die neue Frequenz.(5 BE)
B 4Ein Radio hat eine Spule mit L = 100 µH und einen Drehkondensator von 100 pF bis 600 pF. Berechnen Sie die höchste Frequenz, auf die es sich abstimmen lässt.(5 BE, Leistungskurs)
B 5Eine Spule mit N = 200 und A = 16 cm² sitzt im Feld mit 300 mT. Es wird gleichmäßig abgeschaltet, dabei ist |U_ind| = 3,84 V. Berechnen Sie die Dauer.(5 BE)
B 6Im Diagramm schwingen zwei Pendel: A durchgezogen mit ŷ = 5 cm, B gestrichelt. Was unterscheidet die beiden Schwingungen? Begründen Sie am Diagramm.(6 BE)
Experiment: Federpendel mit Sensor
Führen Sie das Experiment durch: Wovon hängt die Periodendauer eines Federpendels ab?
Federkonstante aus Kraft und Verlängerung bestimmen.
T für verschiedene Massen messen.
T bei gleicher Masse und verschiedenen Amplituden vergleichen.
Werten Sie aus: Ergibt T² über m eine Ursprungsgerade?
Werten Sie aus: Hängt T von der Amplitude ab?
Messtabelle
m in kg
Amplitude in cm
T in s
T² in s²
Sicherheit: Feder nicht überdehnen, Wägestücke sichern. Schülerversuch.
Gelingt die Messung nicht, gibt die Lehrkraft Ersatzmesswerte aus. Dann entfallen 4 Bewertungseinheiten.
Aufgabe C: Licht als Welle
Schwerpunkt Q3 · Mechanische und elektromagnetische Schwingungen und Wellen · 31 Bewertungseinheiten
Interferenz und Beugung zeigen, dass Licht sich wie eine Welle ausbreitet. Die Teilaufgaben werten Muster am Doppelspalt und am Gitter aus.
C 1Ein roter Laser sendet Licht der Wellenlänge 633 nm, c = 300.000 km/s. Berechnen Sie die Frequenz in THz.(5 BE)
C 2Hinter einem Doppelspalt mit b = 0,1 mm liegen die beiden Maxima 3. Ordnung auf dem Schirm in e = 1,5 m genau 58,5 mm auseinander. Bestimmen Sie λ.(5 BE)
C 3In einem Mikrowellengerät ohne Drehteller schmilzt Schokolade an Stellen, die 6 cm auseinanderliegen. Das Gerät arbeitet mit f = 2,45 GHz. Berechnen Sie c.(5 BE)
C 4Ein roter Laser (633 nm) beleuchtet einen Einfachspalt der Breite 80 µm. Der Schirm steht 2 m entfernt. Berechnen Sie die Breite des hellen Hauptmaximums.(5 BE, Leistungskurs)
C 5Ein Wagen mit 800 g schwingt reibungsfrei zwischen Federn mit D = 20 N/m und ŷ = 6 cm. Berechnen Sie seine größte Geschwindigkeit.(5 BE)
C 6Ein Erdbeben 100 km entfernt sorgt dafür, dass hier Gläser im Schrank klirren. Was ist vom Erdbebenherd bis hierher gewandert? Begründen Sie.(6 BE)
Aufgabe D: Licht und Atome
Schwerpunkt Q4 · Quantenphysik und Materie · 26 Bewertungseinheiten
Spektrallinien verraten, welche Energien ein Atom annehmen kann. Die Teilaufgaben verbinden das Photonenmodell mit dem Aufbau der Atomhülle.
D 1Ein Wasserstoffatom in einer Spektralröhre wird vom Zustand n = 2 in den Zustand n = 3 angeregt. Wie viel Energie muss es aufnehmen? Berechnen Sie in eV.(5 BE)
D 2Berechnen Sie die kürzeste Wellenlänge der Lyman-Serie des Wasserstoffs (Sprünge nach n = 1, Seriengrenze). Liegt sie im sichtbaren Bereich?(5 BE)
D 3Im Spektrum eines heißen Sterns fehlt Licht bei 486 nm: eine dunkle Linie von Wasserstoff. Die Atome senden die aufgenommene Energie doch wieder aus. Warum bleibt die Linie dunkel? Begründen Sie.(6 BE)
D 4Das Bremsspektrum einer Röntgenröhre mit Kupferanode endet bei λ_min = 50 pm. Mit welcher Spannung wird die Röhre betrieben? Berechnen Sie U in kV.(5 BE, Leistungskurs)
D 5Rubidium hat die Austrittsarbeit W_A = 2,13 eV. Berechnen Sie die Grenzwellenlänge λ_G in nm (h · c ≈ 1240 eV · nm).(5 BE)
Erwartungshorizont
Erst nach dem Schreiben lesen. Wer zuerst selbst abruft und dann vergleicht, behält mehr (Roediger & Karpicke 2006).
Aufgabe A
A 1 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 22 µF
C = Q : U für jede Messung
C₁ = 21,2 µF, C₂ = 22,8 µF, C₃ = 22,1 µF
Mittelwert: C = 22 µF
A 2 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 1 kV
U = √2 · E : C
U = √2 · 25 J : (50 · 10⁻⁶ F)
U = 1000 V = 1 kV
A 3 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 3,18 A
I = B · l : (µ₀ · N)
B = 0,006 T, l = 0,2 m
I = 0,006 T · 0,2 m : (1,257 · 10⁻⁶ V·s/(A·m) · 300) = 3,18 A
A 4 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 17 µT
B_Sp = µ₀ · N · I : l, dann B_E = B_Sp : tan α
B_Sp = 20,2 µT
B_E = 20,2 µT : tan 50° = 17 µT
A 5 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 250 V
Q · E = Q · v · B, also E = v · B und U = v · B · d
v = 1 · 10⁶ m/s, B = 0,005 T, d = 0,05 m
U = 250 V
A 6 (Anforderungsbereich III, 6 BE): Leiter 1 erzeugt ein Magnetfeld, darin wirkt auf Leiter 2 eine Lorentzkraft.
Jeder Strom ist von einem Magnetfeld umgeben.
Der Strom in Leiter 2 fließt quer zu diesem Feld: Auf ihn wirkt F = I · l · B.
Also: Leiter 1 erzeugt ein Magnetfeld, darin wirkt auf Leiter 2 eine Lorentzkraft.
Aufgabe B
B 1 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 37 N/m
T = 2π · √m : D, quadriert und umgestellt: D = 4π² · m : T²
m = 0,15 kg, T² = 0,16 s²
D = 4π² · 0,15 kg : 0,16 s² = 37 N/m
B 2 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 0,2 m/s
In der Ruhelage ist die ganze Spannenergie Bewegungsenergie: ½ · D · ŷ² = ½ · m · v²
umgestellt: v = ŷ · √D : m
v = 0,02 m · √20 N/m : 0,2 kg = 0,2 m/s
B 3 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 200 Hz
f = 1 : (2π · √L · C), also f wächst mit 1 : √C
C wird 4-mal so groß: f wird durch √4 = 2 geteilt
f = 400 Hz : 2 ≈ 200 Hz
B 4 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 1590 kHz
f = 1 : (2π · √L · C): die höchste Frequenz bei der kleinsten Kapazität
L · C = 1 · 10⁻⁴ H · 1 · 10⁻¹⁰ F
f = 1 : (2π · √L · C) = 1590 kHz
B 5 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 25 ms
|U_ind| = N · A · ΔB : Δt, umgestellt Δt = N · A · ΔB : |U_ind|
A = 0,0016 m², ΔB = 0,3 T
Δt = 200 · 0,0016 m² · 0,3 T : 3,84 V = 25 ms
B 6 (Anforderungsbereich III, 6 BE): B hat die doppelte Amplitude, beide haben dieselbe Periodendauer.
Die Amplitude ist der größte Ausschlag von der Mittellinie aus.
Die Periodendauer liest man waagerecht ab.
B schlägt doppelt so weit aus, kommt aber zur selben Zeit wieder an.
Aufgabe C
C 1 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 474 THz
f = c : λ
c = 300.000.000 m/s, λ = 633 nm = 6,33 · 10⁻⁷ m
f = c : λ = 474.000.000.000.000 Hz = 474 THz
C 2 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 650 nm
a_3 ist der Abstand von der Mitte: a = 58,5 mm : 2 = 29,25 mm
λ = b · a : (k · e) mit k = 3, kleine Winkel
λ = 0,0001 m · 0,02925 m : (3 · 1,5 m) = 650 nm
C 3 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 294.000 km/s
Die geschmolzenen Stellen sind Bäuche der stehenden Welle: Abstand λ : 2
λ = 2 · 6 cm = 12 cm = 0,12 m
c = λ · f = 0,12 m · 2.450.000.000 Hz ≈ 294.000 km/s
C 4 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 3,17 cm
Das Hauptmaximum reicht vom 1. Minimum links bis zum 1. rechts: sin α₁ = λ : b