Vier Aufgaben, je eine mit Schwerpunkt in einem Kurshalbjahr. Sie wählen drei. Eine Aufgabe enthält ein Experiment. Arbeitszeit wie im Abitur: 4 Stunden 15 Minuten. Gespeichert wird nichts – die Nummer in der Adresse holt dieselbe Probe wieder.
Hinweise
Wählen Sie drei der vier Aufgaben. Die Wahl treffen allein Sie und können sie bis zum Ende der Arbeitszeit ändern – bei der Aufgabe mit Experiment nur bis zum Ende der regulären Arbeitszeit.
Hilfsmittel: Wörterbuch der deutschen Rechtschreibung, die eingeführte Formelsammlung, der eingeführte Taschenrechner, beim Experiment die Messwerterfassung aus dem Unterricht.
Dokumentieren Sie jede Rechnung und Herleitung nachvollziehbar, auch die Auswertung der Messwerte.
Die Bewertungseinheiten dieser Probe sind ein Richtwert nach dem Anforderungsbereich, kein amtlicher Erwartungshorizont.
Aufgabe A: Felder im Kondensator und in der Spule
Schwerpunkt Q1 · Elektrische und magnetische Felder · 26 Bewertungseinheiten
In der Technik werden Ladungen und Ströme genutzt, um Energie zu speichern und Kräfte zu erzeugen. Die folgenden Teilaufgaben untersuchen elektrische und magnetische Felder an typischen Bauteilen.
A 1Messreihe am Kondensator: Q = 112 µC bei 5 V, 227 µC bei 10 V und 322 µC bei 15 V. Bestimmen Sie C als Mittelwert der drei Quotienten.(5 BE)
A 2Ein Defibrillator speichert E = 20 J in einem Kondensator mit C = 40 µF. Auf welche Spannung ist er geladen? Berechnen Sie U in kV.(5 BE)
A 3Eine lange Spule mit N = 500 Windungen und l = 40 cm soll innen B = 8 mT erzeugen. Berechnen Sie die nötige Stromstärke.(5 BE)
A 4Ein Heliumkern (Q = 2e, m = 6,64 · 10⁻²⁷ kg) durchläuft aus der Ruhe die Spannung U = 50 kV. Berechnen Sie v in km/s, drei gültige Ziffern.(5 BE)
A 5Eine lange Spule wird auf die halbe Länge zusammengeschoben, die Windungszahl bleibt gleich, und die Stromstärke wird verdoppelt. Beurteilen Sie die Behauptung, die Flussdichte im Inneren verdopple sich.(6 BE)
Aufgabe B: Schwingende Systeme
Schwerpunkt Q2 · Mechanische und elektromagnetische Schwingungen und Wellen · 29 Bewertungseinheiten
Federn, Pendel und Schwingkreise schwingen nach denselben Gesetzen. Die Teilaufgaben verbinden mechanische und elektromagnetische Schwingungen; eine Teilaufgabe ist ein Experiment.
B 1Ein Körper mit 150 g schwingt an einer Feder mit der Periodendauer T = 1 s. Berechnen Sie die Federkonstante D.(5 BE)
B 2Ein Wagen mit 500 g schwingt reibungsfrei zwischen Federn mit D = 10 N/m und ŷ = 3 cm. Berechnen Sie seine größte Geschwindigkeit.(5 BE)
B 3Ein Schwingkreis schwingt mit 800 Hz. Der Kondensator wird gegen einen mit 9-facher Kapazität getauscht, die Spule bleibt. Berechnen Sie die neue Frequenz.(5 BE)
B 4Der Südpol eines Magneten wird in eine geschlossene Spule mit 1200 Windungen geschoben. Welcher Pol entsteht am Spulenende zum Magneten hin? Begründen Sie.(6 BE)
Experiment: Federpendel mit Sensor
Führen Sie das Experiment durch: Wovon hängt die Periodendauer eines Federpendels ab?
Federkonstante aus Kraft und Verlängerung bestimmen.
T für verschiedene Massen messen.
T bei gleicher Masse und verschiedenen Amplituden vergleichen.
Werten Sie aus: Ergibt T² über m eine Ursprungsgerade?
Werten Sie aus: Hängt T von der Amplitude ab?
Messtabelle
m in kg
Amplitude in cm
T in s
T² in s²
Sicherheit: Feder nicht überdehnen, Wägestücke sichern. Schülerversuch.
Gelingt die Messung nicht, gibt die Lehrkraft Ersatzmesswerte aus. Dann entfallen 4 Bewertungseinheiten.
Aufgabe C: Licht als Welle
Schwerpunkt Q3 · Mechanische und elektromagnetische Schwingungen und Wellen · 26 Bewertungseinheiten
Interferenz und Beugung zeigen, dass Licht sich wie eine Welle ausbreitet. Die Teilaufgaben werten Muster am Doppelspalt und am Gitter aus.
C 1Punkt P ist 4 m von Lautsprecher A und 4,2 m von Lautsprecher B entfernt. Beide senden gleichphasig, c = 340 m/s. Berechnen Sie die kleinste Frequenz für Auslöschung in P.(5 BE)
C 2Am Doppelspalt (b = 0,1 mm, Schirm in 3 m) liegen zwischen dem 2. und dem 5. Maximum derselben Seite 57 mm. Bestimmen Sie λ.(5 BE)
C 3Ein Wetterradar empfängt das Echo eines Pulses 100 µs nach dem Senden. Berechnen Sie die Entfernung des Ziels. Die Pulse laufen mit Lichtgeschwindigkeit.(5 BE)
C 4Ein Pendel schwingt nach y(t) = ŷ · sin(ω · t), ŷ = 10 cm, T = 1,2 s. Wann ist nach dem Start erstmals y = 2,5 cm?(5 BE)
C 5Ein roter Laser (633 nm) beleuchtet einen Doppelspalt mit 0,5 mm Spaltabstand, der Schirm steht 2 m dahinter. Warum ist es genau hinter dem Steg am hellsten?(6 BE)
Aufgabe D: Licht und Atome
Schwerpunkt Q4 · Quantenphysik und Materie · 21 Bewertungseinheiten
Spektrallinien verraten, welche Energien ein Atom annehmen kann. Die Teilaufgaben verbinden das Photonenmodell mit dem Aufbau der Atomhülle.
D 1Ein Wasserstoffatom in einer Spektralröhre wird vom Zustand n = 2 in den Zustand n = 5 angeregt. Wie viel Energie muss es aufnehmen? Berechnen Sie in eV.(5 BE)
D 2Berechnen Sie die kürzeste Wellenlänge der Lyman-Serie des Wasserstoffs (Sprünge nach n = 1, Seriengrenze). In welchem Spektralbereich liegt sie?(5 BE)
D 3Im Licht eines Sterns hinter einer Gaswolke fehlt Licht bei 434 nm: eine dunkle Linie von Wasserstoff. Die Atome senden die aufgenommene Energie doch wieder aus. Warum bleibt die Linie dunkel? Begründen Sie.(6 BE)
D 4Elektronen gehen einzeln durch einen Doppelspalt. Hinter jedem Spalt stellt man ein Licht auf, das verrät, welchen Weg jedes Elektron nimmt. Was zeigt der Schirm nach 1000 Elektronen?(5 BE)
Erwartungshorizont
Erst nach dem Schreiben lesen. Wer zuerst selbst abruft und dann vergleicht, behält mehr (Roediger & Karpicke 2006).
Aufgabe A
A 1 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 22,2 µF
C = Q : U für jede Messung
C₁ = 22,4 µF, C₂ = 22,7 µF, C₃ = 21,5 µF
Mittelwert: C = 22,2 µF
A 2 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 1 kV
U = √2 · E : C
U = √2 · 20 J : (40 · 10⁻⁶ F)
U = 1000 V = 1 kV
A 3 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 5,09 A
I = B · l : (µ₀ · N)
B = 0,008 T, l = 0,4 m
I = 0,008 T · 0,4 m : (1,257 · 10⁻⁶ V·s/(A·m) · 500) = 5,09 A
A 4 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 2200 km/s
v = √2 · Q · U : m
Q = 2e, U = 50 kV
v = 2,2 · 10⁶ m/s = 2200 km/s
A 5 (Anforderungsbereich III, 6 BE): Die Behauptung ist falsch: Die Flussdichte steigt auf das Vierfache.
Für die lange Spule gilt B = μ₀ · N · I / l.
Doppelte Stromstärke verdoppelt B, halbe Länge verdoppelt B noch einmal.
Aufgabe B
B 1 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 5,92 N/m
T = 2π · √m : D, quadriert und umgestellt: D = 4π² · m : T²
m = 0,15 kg, T² = 1 s²
D = 4π² · 0,15 kg : 1 s² = 5,92 N/m
B 2 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 0,134 m/s
In der Ruhelage ist die ganze Spannenergie Bewegungsenergie: ½ · D · ŷ² = ½ · m · v²
umgestellt: v = ŷ · √D : m
v = 0,03 m · √10 N/m : 0,5 kg = 0,134 m/s
B 3 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 267 Hz
f = 1 : (2π · √L · C), also f wächst mit 1 : √C
C wird 9-mal so groß: f wird durch √9 = 3 geteilt
f = 800 Hz : 3 ≈ 267 Hz
B 4 (Anforderungsbereich III, 6 BE): Ein Südpol: Er stößt den Magneten ab und hemmt die Annäherung.
Der Induktionsstrom hemmt seine Ursache, also die Änderung des Flusses.
Die Ursache ist die Annäherung: Sie wird durch Abstoßen gehemmt.
Abstoßen heißt gleichnamig: ein Südpol.
Aufgabe C
C 1 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 850 Hz
Kleinste Auslöschung: Δs = λ : 2, also λ = 2 · Δs
Δs = 4,2 m − 4 m = 0,2 m, λ = 0,4 m
f = c : λ = 340 m/s : 0,4 m = 850 Hz
C 2 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 633 nm
Zwischen dem 2. und 5. Maximum liegen 3 gleiche Abstände: Δa = 57 mm : 3 = 19 mm
λ = b · Δa : e für benachbarte Maxima
λ = 0,0001 m · 0,019 m : 3 m = 633 nm
C 3 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 15 km
Der Puls läuft hin und zurück: s = c · t : 2
c = 300.000 km/s, t = 0,0001 s
s = 300.000 km/s · 0,0001 s : 2 = 15 km
C 4 (Anforderungsbereich II, 5 BE): 0,0483 s
sin(ω · t) = y : ŷ, also ω · t = arcsin(y : ŷ), der Rechner im Bogenmaß